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VERSORGUNG

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AKTUELLE LAGE GASVERSORGUNG

Angesichts der aktuellen Lage in der Ukraine stellt sich vermehrt die Frage nach der Versorgung mit Gas für österreichische Kundinnen und Kunden, insbesondere für Haushalte, aber auch für Gewerbe und für die Stromversorgung. Nachfolgend findest du Antworten auf aktuell häufige Fragen. Dieser Beitrag wird fortlaufend aktualisiert, sollte sich an der Situation etwas ändern. Weitere Informationen findest du auf der Website der e-Control, den tagesaktuelle Lagebericht auf der Website der Austrian Gas Grid Management AG.

Der Blick auf die aktuellen Gasflüsse, in die Gasspeicher und auf die Verbräuche der letzten Jahre sagt uns: Nein, bis in den Herbst hinein bekommen die Haushalte kein Problem mehr. Selbst wenn alle Lieferungen aus Russland gestoppt würden, reichen die Vorräte in den Gasspeichern und die übrigen Gaslieferungen aus. In Österreichs Gasspeichern lagern derzeit 72,3 TWh. Derzeit wird in die Gasspeicher weiter Gas eingespeichert.

Die Versorgungssicherheit in Österreich ist derzeit weiterhin gegeben. Seit Mittwoch, 31. August war die Gaspipeline Nordstream 1 neuerlich unterbrochen und hätte am 3. September wieder in Betrieb gehen sollen. Gazprom hat mitgeteilt, dass die Pipeline vorerst nicht wieder in Betrieb geht. Daher kommt über diese Pipeline derzeit kein Gas nach Europa und somit auch nicht nach Österreich. Wann die Nordstream 1 wieder ihren Betrieb aufnimmt, ist derzeit nicht absehbar.

Trotz der Sperre der Nordstream 1 konnte auch in den vergangenen Tagen weiterhin Gas in die heimischen Speicher gebracht werden. Der Speicherstand beträgt mit Stand 23. September 72,3 TWh. Vor allem die Gasflüsse über die Ukraineroute nach Österreich waren durchgehend konstant. Der tägliche Gasverbrauch kann nach wie vor durch Importe und Eigenproduktion gedeckt werden.

Das Krisenkabinett der Bundesregierung hat am 30. März gemeinsam mit der E-Control die Frühwarnstufe im Notfallplan für die Gasversorgung ausgerufen. Grund dafür war die Ankündigung Russlands, wonach Gaslieferungen künftig nur noch in Rubel bezahlt werden sollen. Als direkte Folge der Frühwarnstufe wurde seither das bereits seit 24. Februar bestehende Überwachungs- und Monitoring-System noch weiter verdichtet.

Die aktuelle Situation in Deutschland ist im Moment deutlich anders als in Österreich. Die Gasflüsse nach Deutschland sind erheblich mehr eingeschränkt als jene nach Österreich.

In Österreich kommt nach wie vor so viel Gas an, dass nicht nur der tägliche Verbrauch damit gedeckt werden kann, sondern auch weiterhin eingespeichert wird. Die Voraussetzung für die Ausrufung der Alarmstufe laut Notfallplan ist in Österreich somit derzeit (noch) nicht gegeben. Selbstverständlich wird die Situation weiterhin beobachtet und es ist die Ausrufung der Alarmstufe zu einem späteren Zeitpunkt nicht auszuschließen.

Würde Österreich die Alarmstufe ausrufen, würde es in erster Linie zu Sparaufrufen in der Bevölkerung kommen. Energie einzusparen – in welcher Form auch immer – ist aber unabhängig davon das Gebot der Stunde. Und dabei können auch bei Gas bereits jetzt im Sommer Maßnahmen getroffen werden, um in der kalten Jahreszeit weniger Gas zu verbrauchen. Hier geht es zum Beispiel darum, Fenster abzudichten, die Gastherme bereits jetzt warten zu lassen, beim Duschen (wenn mit Gas geheizt wird) weniger Wasser zu verbrauchen usw. Aber auch der Verzicht auf die Klimaanlage im Sommer hilft dabei, Energie einzusparen.

Auf diesem Weg gelangen rund 50%-60% der russischen Gaslieferungen nach Österreich. Der Anteil an russischem Gas, der über die Ukraine in die EU kommt, liegt bei ca. 10%.

Österreich kann über andere Transportwege Flüssiggas (liquefied natural gas, LNG) oder verstärkt Mengen an anderen Großhandelsmärkten einkaufen. LNG wird z.B. in Schiffterminals in Italien angelandet und kann dann über Pipelines von dort nach Österreich gelangen. Auch kann noch auf andere Produzenten von Erdgas ausgewichen werden, wie beispielsweise Norwegen.

In diesem Fall träte die sogenannte „Energielenkung“ auf Basis des Energielenkungsgesetzes 2012 in Kraft. Es würden dann, beginnend mit großen Verbrauchern wie z.B. Industriebetrieben, für bestimmte Verbrauchergruppen Einschränkungen für den Gasverbrauch durchgesetzt werden. Hierbei gibt es vorbereitete Abstufungen. Haushaltskunden sind dabei sogenannten „geschützte Verbraucher“ die damit als allerletzte von Verbrauchseinschränkungen betroffen wären.

Genau lässt sich das derzeit noch nicht voraussagen, da es, neben der politischen Situation, auch von der Nachfrage und damit u.a. auch vom Wetter und dem Verlauf des übrigen Winters abhängt. Sicher ist, dass die Gaspreise auf absehbare Zeit hoch bleiben werden.

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