Chronik

Von den Anfängen bis heute – die Geschichte der EWR

1897 – 1903: Von der Idee zum Bau

Zwar kannten schon die alten Griechen die Elektrizität und gaben ihr den Namen für Bernstein "Elektron". Doch es sollte bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts dauern, ehe die Kenntnis der Elektrizität zum elektrischen Strom, und damit zu Neuerungen führte, ohne die das heutige Leben undenkbar wäre, führte. Das wichtigste Jahr auf dem Weg zur neuen Energie war 1866, als Werner von Siemens den "Dynamomaschine" genannten Generator erfand. 

Die erste Elektrifizierung in Reutte

1887 nahm die "k. k. priv. Baumwollspinnerei und -weberei F. C. Hermann" zwei Gleichstrom-Aggregate mit je 60 PS in Betrieb und beleuchtete damit die Fabriks- und Wohngebäude. Die Leute eilten herbei, um dieses "Lichtwunder" zu bestaunen.

Das erste Wasserkraftprojekt

Erstmals war Elektrizität bei der Gemeinderatssitzung vom 19. Juni 1897 aktuell. Wir lesen: „Ferner wurde beschlossen, um eine Conzession zu einem Elektrizitätswerk zur Benutzung des Wassers vom kleinen Stuibenfall anzusuchen.“

Mit der offiziellen Inbetriebnahme des Kraftwerks Plansee im Dezember 1902 mit 2 x 1.000 PS und der Er­richtung der ersten Versorgungsleitungen von dieser Stelle aus wurde bereits der Begriff „Zentrale“ geprägt.

Noch vor Ende des Jahres 1902 leuchtete erstmals elektrisches Licht in Reuttes Straßen. Ein neues technisches Zeitalter war angebrochen.

1903 – 1918: Wer kauft den Strom?

Es gab anfänglich in Reutte Schwierigkeiten mit dem Stromabsatz. Nachdem sich die in Reutte so geschätzten Franziskaner dem Strombezug angeschlossen hatten, wich allmählich die herrschende Skepsis gegen diese „unsichere Energie“. Zunächst wurde lediglich ein größerer Motor mit 225 PS der Textilfabrik „k. k. priv. Baumwollspinnerei und -weberei F. C. Hermann“ angeschlossen.

Der große Erfolg setzte zunächst im benachbarten Bayern ein. Die 1904 errichteten 8000-Volt-Versorgungsleitungen nach Füssen bzw. über Pfronten nach Nesselwang schufen die Voraussetzung für weitere Gebietsübernahmen und Elektrifizierungen. Durch diese Stromleitungen nach Bayern ließen sich auch die an der Strecke liegenden Orte im Außerfern rasch an das Netz anschließen.

Prinzregent Luitpold von Bayern – Regent an Stelle des geisteskranken Königs Otto – besichtigte am 12. Juli 1905 mit hohem Gefolge die „Zentrale“ des EWR und zeigte sich sehr beeindruckt. Im selben Jahr unterschrieb auch die damals noch selbstständige Gemeinde Faulenbach einen Stromlieferungsvertrag. Bis 1913 waren alle 13 Pfrontener Ortsteile angeschlossen.

Pinswang hatte für die Fernleitung über ihr Gebiet den Anschluss von Ober- und Unterpinswang verlangt und konnte sich so schon 1906 ans Netz anschließen.

Von 1904 bis 1910 wurden im Reuttener Talkessel die Gemeinden Reutte, Breitenwang und Lechaschau erschlossen. Noch vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurden die Gemeinden Pflach und Musau angeschlossen.

1918 – 1938: Neue Stromanschlüsse

Als letzter Reuttener Ortsteil wurde 1923 die Klause angeschlossen. 1919 kam Höfen und 1920 kamen Wängle, Ehenbichl und Weißenbach ans Netz des EWR. 1924 endete die Stromleitung noch in Weißenbach und es wurde deren Erweiterung nach Stanzach, Vorderhornbach, Martinau und Elmen vorbereitet. 1925/26 wurde eine 8000-Volt-Leitung ins Zwischentoren nach Ehrwald errichtet, um die Zugspitzbahn mit Strom zu versorgen. Im Zuge dieser Leitung konnten sich 1927 Heiterwang und Bichlbach, die bis dahin nur notdürftig von eigenen kleinen Kraft­werken versorgt wurden, ans Stromnetz anbinden.

Die Gemeinde Ehrwald wurde bis 1927 vom Kraftwerk Silberleithen in Biberwier versorgt. 1927 wurde ein Teil der Gemeinde ans EWR angeschlossen, aber erst 1935 wurde das gesamte Ehrwalder Ortsnetz übernommen. Von 1936 bis 1939 war ein Monteur in Ehrwald angestellt, bis diese Stelle 1940 der neuen Betriebsstelle Biberwier angegliedert wurde.

1918 bis 1920 erfolgten Stromlieferungsverträge mit den Gemeinden Pfronten, Schwangau, Rieden, Weißensee, Erkenbollingen und Hopfen. Damit war der Großteil des bayerischen Versorgungsgebietes im Landkreis Füssen erschlossen. Ab 1919 wurden die beiden Genossenschaften Seeg und Buching-Trauchgau beliefert. Die 8000-Volt-Leitung von Füssen nach Pfronten ging in Betrieb.

Allerdings verlor das EWR infolge der Zugspitzkrise 1929 Nesselwang und 1933 Roßhaupten als Stromabnehmer, die fortan vom Allgäuer Überlandwerk in Kempten mit Energie beliefert wurden. 1936 wurde aus politischen Gründen die Kaserne in Füssen dem Allgäuer Überlandwerk angeschlossen, um in militärischen Angelegenheiten nicht von einer Stromlieferung aus dem Ausland abhängig zu sein. Trotzdem stieg der Strombedarf im bayerischen Gebiet, sodass 1937 eine dritte 8000-Volt-Leitung über Pinswang bis zum Weißhaus errichtet werden musste. Diese neue Freileitung wurde 1938 mittels Erdkabel verlängert und in die Trafostation „Faulenbach“ eingebunden.

1936 verlor das EWR auch das Metallwerk Plansee als Stromkunden, das fortan vom Allgäuer Überlandwerk versorgt wurde. Jedoch gewann das EWR das Metallwerk im Jahr 1942 wieder zurück.

Einbau von Stromzählern

Wurde der Stromtarif ursprünglich nur nach der Nutzung der installierten Räume oder Maschinen pauschal berechnet, so sahen ab 1921 die Bedingungen wahlweise auch den Einbau von Stromzählern vor. Der Pauschaltarif war in sechs Kategorien – z. B. Fremdenzimmer, Wohnräume, Gasthäuser usw. – und drei Beleuchtungsstärken (16, 32 und 50 „Kerzen“) eingeteilt. Der billigstmögliche Anschluss pro Raum (z.B. Dachboden, 16 Kerzen) betrug 16 Kronen pro Jahr, der teuerste (Lampen, welche Tag und Nacht brennen, 50 Kerzen) 240 Kronen pro Jahr. Bei Maschinen wurde der Pauschaltarif nach „pro PS und Jahr“ und nach der Betriebsdauer berechnet. Die Tarife schwankten von 670 bis 1000 Kronen pro PS und Jahr.

1938 – 1945: Die Selbstständigkeit wurde bewahrt

Bereits unmittelbar nach dem 12. März 1938 fanden sich in den Programmen der neuen Machthaber immer wieder Hinweise auf Maßnahmen zum "großzügigen Ausbau der Stromgewinnung". Die deutsche Industrie benötigte in großem Umfang Strom. Die in Tirol zu produzierende Energie war in erster Linie für den Export in das so genannte "Altreich" bestimmt. Unmittelbar nach dem Anschluss übernahm eine einzige große Gesellschaft, die "Alpen-Elektrowerke AG (AEW)", die Kontrolle über nahezu die gesamte Energieproduktion in den neu angegliederten Gebieten. Die Alpen-Elektrowerke erlangten bald fast das gänzliche Eigentum an den Tiroler Wasserkraftwerken AG (TIWAG).

In dieser Zeit gelang es durch besonderen Einsatz der Bürgermeister, Emanuel Turri und Lothar Kelz, trotz allem die Selbstständigkeit des EWR zu erhalten. 1941 erwirtschaftete das EWR trotz hoher Investitionen einen Jahresgewinn von 311.512,31 Reichsmark und konnte den weiteren eigenständigen Ausbau des Werkes planen, wobei allerdings die meisten Pläne infolge des Krieges unausgeführt bleiben mussten.

1945 – 1955: Wasserkraft mit Vorteilen

Am 29. April 1945 zogen die amerikanischen Truppen in Reutte ein, die am 5. Juli 1945 von den Franzosen als Besatzungsmacht abgelöst wurden. Aber es sollte noch bis zum 25. Oktober 1955 dauern, ehe die Besatzungsmächte wieder abzogen.

Das Chaos des Kriegsendes hatte auch Einfluss auf die Stromver­sorgung. Im Bereich des EWR war die Stromversorgung nach Bayern zum Kriegsende aber nur für zwei Stunden unterbrochen. Hier machte sich der Vorteil der Wasserkraft bemerkbar: Das EWR konnte nicht nur das Außerferner, sondern auch das bayerische Gebiet dank seiner eigenen Erzeugung sowie des Fremdstrombezugs von der TIWAG voll versorgen, während es in Deutschland auf einige Zeit bei kalorischen Kraftwerken infolge der Beschaffungsschwierigkeiten von Kohle und anderen Brennmaterialien immer wieder zu Einschränkungen kam.

Von 1950 bis 1956 erfolgte die Umstellung der Gebrauchsspannung von 150 Volt auf die neue Normspannung 380/220 Volt. 1950 ersetzte im Kraftwerk Plansee eine neue 3000-PS-Maschine zwei 1000-PS-Maschinen. Der Ausbau weiterer eigener Wasserkraftwerke und eines 25.000-Volt-Verteilnetzes im ganzen Versorgungsgebiet wurden ein dringendes Erfordernis. So entstanden in dieser Zeit die Kraftwerke Hüttenmühle und Kniepass. Das Kraftwerk Plansee wurde weiter ausgebaut.

1946 wurde dem EWR auch die Trinkwasserversorgung für die Gemeinde Reutte übertragen, und das Wasserwerk blieb ab diesem Zeitpunkt eine eigene Abteilung des Betriebes.

1953 wurde die technische und die kaufmännische Verwaltung im Bereich der Betriebsstelle Füssen getrennt. Musste früher mit jeder Gemeinde ein auf Ausschließlichkeit beruhender Konzessionsvertrag abgeschlossen werden, so brachten im österreichischen Versorgungsgebiet die neuen energiewirtschaftlichen Gesetze eine Fixierung der Absatzgebiete. Die seit 1946 drohende Verstaatlichung wurde in Tirol nicht angewendet. Mit der TIWAG wurde das Versorgungsgebiet abgegrenzt.

1955 – 1994: Neue technische Erfordernisse

Neue Bauten wurden notwendig

Von 1960 bis 1963 wurde das alte Verwaltungsgebäude Untermarkt 33 in drei Etappen abgebrochen und durch das heutige Verwaltungsgebäude ersetzt. Da der Standort im Untermarkt bald viel zu klein war, folgte ab 1980 der Bau eines neuen Betriebshofes im Großfeld, der 1983 fertig gestellt, aber bereits 1981 teilweise in Betrieb genommen wurde. Ebenso erwies sich das Verkaufsgeschäft, das seit 1948 im Gebäude der Hauptverwaltung untergebracht war, als viel zu klein. 1962 wurde ein neues Geschäft gebaut, das 1989 eine bedeutende Erweiterung erfuhr.

In Füssen war 1956 ein Verkaufsgeschäft im ehemaligen Kloster St. Mang – von außen durch Auslagen nicht gekennzeichnet – bezogen worden. 1959 erwarb das EWR den historischen „Gasthof Löwen“ in der Lechhalde, der in den Folgejahren unter Berücksichtigung des historischen Baubestandes adaptiert wurde. 1962 übersiedelte der erste Betriebsteil, 1963 wurde der zweite Bauabschnitt fertig gestellt und 1964 übersiedelte auch das Verkaufsgeschäft in dieses Haus.

Die Betriebsstelle Pfronten, die seit 1926 im ehemaligen Lehrerhaus in Pfronten-Heitlern untergebracht war, bezog 1957 ein größeres Objekt, das schließlich 1978 durch einen Neubau ersetzt wurde.

1973 erfolgte der Erstausbau des neuen Betriebshofes der Betriebsstelle Füssen. Die Betriebsstelle in Vorderhornbach konnte 1972 und jene in Holzgau 1984 in einen Neubau übersiedeln.

Neue technische Erfordernisse

Das gesamte Versorgungsnetz wurde noch bis in die fünfziger Jahre hinein flächendeckend mit 8000 Volt betrieben. Die rasante wirtschaftliche Entwicklung stellte an die Stromversorgung große Ansprüche. Unter anderem musste das Verteilnetz großzügig aus- und umgebaut werden. Zur Schaffung größerer Übertragungskapazitäten ging das EWR zur schrittweisen Einführung der Spannungsebene 25.000 Volt über.

Die Entwicklung des steigenden Fremdstrombedarfs führte schon 1956 zum Bau der 110.000-Volt-Ver­bundlei­tung von der TIWAG über den Fernpass bis in das Versorgungsgebiet des EWR, zunächst bis Biberwier. Von dort transportierten zwei 25.000-Volt-Leitungen die Energie weiter nach Reutte zur Hauptverteilung. 1966 wurde die 110.000-Volt-Leitung von Biberwier bis Reutte verlängert und in Reutte ein Umspannwerk errichtet.

Von 1959 bis 1963 entstanden neue 25.000-Volt-Leitungen nach Füssen und Pfronten und das Lechtal sowie eine zweite 25.000-Volt-Leitung von Reutte nach Biberwier. Das Zwischentoren wurde auf 25.000 Volt umgestellt, ab 1963 erfolgte diese Maßnahme im Lechtal. 1977 wurde die 110.000-Volt-Leitung von Reutte zur Umspannanlage „Füssen“ am Weißensee errichtet. Von 1982 bis 1985 wurde eine 110.000-Volt-Leitung von Reutte in das Lechtal bis Stanzach errichtet, die jedoch derzeit mit 25.000 Volt betrieben wird.

1979 wurde die Betriebsspannung von 8000 auf 10.000 Volt in Pfronten erhöht. Schließlich wurde 1988 auch im Großteil des bayerischen Gebietes der lange vorbereitete Umstellungsschritt von der Betriebsspannung 10.000 auf 20.000 Volt vollzogen.

Neue, größere Umspannanlagen wurden 1956 in Biberwier, 1959 und 1977 in Füssen, 1960 in Pfronten, 1965 in Seeg, 1966 mit mehreren Erweiterungen in Reutte und 1982 in Ehenbichl errichtet.

Der neue Stromlieferungsvertrag mit Füssen von 1954 sah die schrittweise Verkabelung der Füssener Altstadt vor, mit der 1963 begonnen wurde.

Ausbau der Elektroinstallation

Seit 1940 erstmals in Reutte und 1942 erstmals in Füssen Lehrlinge ausgebildet wurden, nahm der Betrieb der Installation einen ständigen Aufschwung. Waren anfänglich angelernte Arbeiter im EWR tätig, so wurde der Qualifikation der Mitarbeiter immer mehr Augenmerk geschenkt.

Die Installationsabteilung wurde laufend vergrößert und umfasst Elektroinstallationen jeder Art wie Haus-, Gewerbe- und Industrieinstallationen. Die hervorragende Lehrlingsausbildung fand (und findet) immer wieder allseitige Anerkennung, da diese Ausbildung sehr umfassend ist. Sie beinhaltet neben den erwähnten Elektroinstallationen auch die Freileitung und alle Stromversorgungsanlagen. Ein Lehrling durchläuft im Zuge seiner Ausbildung mehrere Abteilungen.

1994 – 2000: Die Weichen für die Zukunft sind gestellt

Neue Firmenstruktur

Die Marktgemeinde Reutte gründete mit Wirkung vom 1. April 1994 für das Tiroler Versorgungsgebiet die „Elektrizitätswerke Reutte Gesellschaft m.b.H.“ mit dem Sitz in Reutte und mit Wirkung vom 1. April 1995 für das bayerische Versorgungsgebiet die „Elektrizitätswerke Reutte GmbH & Co. KG“ mit dem Sitz in Füssen. „Das“ Elektrizitätswerk wurde in „die“ Elektrizitätswerke umbenannt.

Mit der neuen Struktur obliegt den beiden Direktoren, die zu Geschäftsführern bestellt wurden, primär die Leitung und Verantwortung für die Elektrizitätswerke. Der Gemeinderat bestellt einen Verwaltungsrat für die E-Werke, der die grundsätzliche Linie der Geschäftspolitik vorgibt und sich Entscheidungen in gewissen Fragen vorbehalten kann.

Die neue Seesperre Plansee

Das größte ausgeführte energiewirtschaftliche Projekt seit 1994 war die Errichtung einer neuen Seesperre am Plansee, die 2001 fertig gestellt wurde. Die Differenzen der Wasserspiegelhöhen des Plansees und des darunter liegenden Unterwasserlaufs und die somit ungenützte Fallhöhe waren schon für Generaldirektor Dipl.-Ing. Elkner ein Thema. Bereits bei der Projektierung für den 1986 erfolgten Neubau des Kraftabstiegs gab es Überlegungen und Kalkulationen, dieses Höhengefälle gleich mit einzubeziehen.

Aus sicherheitstechnischen Überlegungen fasste man 1996 die Errichtung eines zweiten Grundablasses in der Seesperre ins Auge, was aber zu keiner zusätzlichen Stromerzeugung geführt hätte. Nach weiteren reiflichen Abwägungen wurde sodann eine neue Kraftwerk-Seesperre mit neuem Grundablass errichtet. Damit konnten mehrere Ziele auf einen Nenner gebracht werden: eine zusätzliche Stromgewinnung durch Nutzung des Gefällepotentials von knapp sechs Metern, eine sichere Wasserabfuhr bei Hochwasser aus dem Plansee mittels zweier unabhängiger Schütze mit jeweils einem eigenen Hydraulikbetrieb sowie eine gesicherte Wasserabfuhr zur Energieerzeugung durch den Zweitweg Kraftwerk Seesperre.

Die Situation des Hochwassers vom Mai 1999 führte deutlich vor Augen, welch enorme Bedeutung eine sicher und einwandfrei funktionierende wasserbauliche Anlage dieser Art in kritischen Situationen hat. Mit der laufenden Erhöhung der Ausbauwassermengen des Kraftwerks Plansee bis zu 30 Kubikmeter pro Sekunde besitzt der Plansee für die unmittelbaren Bereiche Mühl und Pflach eine maßgebliche Pufferwirkung, mit der kurz- und mittelfristige Hochwasserspitzen ausgeglichen werden können. Damit trägt die neue Seesperre langfristig auch zur beabsichtigten Sicherheit bei Hochwasserereignissen bei.

Die eingebaute Turbine hat ein Schluckvermögen von 19,5 Kubikmetern pro Sekunde, die Nettofallhöhe beträgt bei Vollstau des Plansees 5,6 Meter und die Ausbauleistung 1000 Kilowatt. Die Gesamtkosten beliefen sich auf rund 28 Millionen Schilling.

Neue Energiequelle Gas

Schon in den Achtzigerjahren gab es Bestrebungen des Elektrizitätswerkes, eine Erdgasversorgung aufzunehmen. Genaue Untersuchungen und der Versuch, Erdgas nach Füssen und in weiterer Folge nach Reutte zu bekommen, waren bereits eingeleitet. Dieses Projekt zeigte sich in der vorliegenden Variante als nicht durchführbar.

1995 bot sich die „Erdgas Schwaben“ als Partner der Elektrizitätswerke für das bayerische Versor-gungsgebiet an. Mit einer Partnerschaft von je 50 Prozent begannen EWR und „Erdgas Schwaben“ ihren gemeinsamen Weg. Die 1995 angesuchte Konzession wurde erteilt und 1998 umgesetzt.

Für die Weiterleitung des Erdgases ins Außerfern wurden alle rechtlichen Angelegenheiten in den Monaten Juni und Juli 1999 abgeschlossen. Die Abzweigung für das Erdgas erfolgt von Pfronten über Vils nach Reutte. Die Außerferner Erdgasleitung wird im Endausbau 19 Kilometer lang sein, wobei 15 Kilometer in Tirol verlaufen. Die Erdgasflächenversorgungsnetze – derzeit nur in den Gemeinden Breitenwang, Ehenbichl, Lechaschau, Pflach, Reutte und Vils – haben bereits eine Länge von rund 34 Kilometern erreicht.

Die Anschlussarbeiten für das Erdgas sind seit 2001 in Reutte voll im Gange. In weiterer Folge ist ein Ausbau des Gasnetzes für den ganzen Talkessel von Reutte bis einschließlich Weißenbach vorgesehen.

Bei der zu diesem Zweck im Jahr 2000 gegründeten Firma „Erdgasversorgung Außerfern“ sind die E-Werke zu 74 Prozent beteiligt, während die restlichen 26 Prozent von der „Ruhrgas Au­stria“ gehalten werden. Geschäftsführer sind Dipl.-Ing. Heinrich Schlichtherle von der „EWR GmbH“ und Mag. Christian Perwög von der „Ruhrgas Austria AG“.

AST Eis- und Solartechnik

Seit 1986 besteht die Firma „AST Eis- und Solartechnik“, die sich der modernen Absorbertechnologie verschrieben hat. Dank dieser Absorbertechnik konnten bisher über 350 kommunale Solarabsorberanlagen für die Beheizung des Schwimmbadwassers und über 150 AST-Kunsteisbahnen in ganz Europa ausgeführt werden.

Seit Sommer 1997 befindet sich die „Gruppe AST“ zu 100 Prozent im Besitz der E-Werke Reutte, und der Firmensitz wurde von Telfs nach Reutte verlegt. Durch diese Firmenübernahme wurde das Rückgrat von AST den Marktverhältnissen angepasst.

Eine interne Reorganisation erreichte bereits nach kurzer Zeit eine Optimierung der Projektabwicklung. Langfristige Strategien, Produktentwicklungen und verstärkte Präsenz am internationalen Markt stehen auf der Prioritätenliste.

Mit dem Erwerb der Firma AST beschritten die E-Werke internationales Parkett, so war diese Technik u. a. auch bei den Eishockey-Weltmeisterschaften 1998 in Basel im Einsatz.

2000 - heute: Millennium, das neue Zeitalter beginnt!

Wir möchten hiermit die Entwicklung der Unternehmensgruppe EWR nach dem "Absolvieren" der ersten                       
hundert Jahre der Unternehmensgeschichte sowie die ersten 15 Jahre nach dem Jahrtausendwechsel dokumentieren.                       
Die Geschichte des Unternehmens, welches im Jahre 1901 gegründet wurde, ist auf unserer website nachzulesen.                       
Das zu Ende gehende 20. Jahrhundert und die ersten Jahre des 21. waren geprägt durch die Liberalisierung des Strom-                       
Marktes, welche europaweit gravierende Veränderungen im bislang monopolisierten Stromgeschäft mit sich brachte.                       
Freie Wahl des Energielieferanten für die Konsumenten, weiterhin monopolisierte Strom-Netze (aber mit geregelten Tarifen)                       
und einem durch öffentliche Förderungen der ökologischen Stromerzeugung stark steigenden Steuern und Abgaben stellte                       
die Energieversorger (zuerst nur Strom, in der Folge auch Gas) vor große Herausforderungen.                        
Die in Deutschland (als Folge der Fukushima-Katasprophe) ausgerufene Energiewende und den damit verbundenen                       
Ausbau von Fotovoltaik- und Windstromerzeugung brachte eine weitere Zäsur im Energiemarkt mit weitreichenden Folgen.                       
Diesen Herausforderungen muss sich auch die EWR-Gruppe sowohl in Österreich als auch in Bayern stellen. Die dafür                       
notwendigen Weichenstellungen wurden vorgenommen.                       
Auch in den anderen Unternehmensbereichen (Elektrotechnik, etc.)  wurde ständig an der Verbesserung der Wettbewerbs-                       
fähigkeit gearbeitet, um das Unternehmen auch für die nächsten 100 Jahre fit zu halten.                       
Die nachfolgende Übersicht soll interessierten Leserinnen und Lesern einen kleinen Überblick über das umfangreiche                       
Betätigungsfeld der EWR-Gruppe geben.   

                   
Das neue Zeitalter begann mit einer Übersiedlung - Bauaktivitäten der EWR        
           
Die Beschlüsse zur Übersiedlung der Firmenzentrale in ein neues Gebäude wurden schon Ende der 90er Jahre                    
gefasst, ebenso erfolgte in dieser Zeit der Baubeginn des sogenannten EW-Centers (EWC).                    
Zuerst wurde das Handelsgeschäft und dann in der Folge weitere Fach-Abteilungen vom Reuttener Untermarkt 33 in die                    
Großfeldstraße übersiedelt.                     
Die endgültige Fertigstellung erfolgte dann im Jahr 2002 und im Herbst d.J. wurden alle restlichen Bereiche in das EWC                    
verlagert. Auch externe Geschäftspartner haben sich eingemietet.                    
                    
In der Folge wurde nach einer Verwertung des ursprünglichen Verwaltungsgebäudes im Untermarkt 33 gesucht und wir                     
wurden fündig.                    
Die Marktgemeinde Reutte suchte schon des Längeren nach einer Lösung für die Landesmusikschule, die aufgrund der                    
großen Nachfrage im bisherigen Gebäude Tauscherhaus aus allen Nähten platzte. So fassten wir den gemeinsamen Be-                    
schluss die oberen Etagen des alten EWR-Verwaltungsgebäudes für diese Zwecke zu adaptieren, was auch im Vergleich                    
zur Tauscherhaus-Lösung wesentlich kostengünstiger war.                    
Weiters konnten mit der Firma BILLA und den Eigentümern der Cafe/Bar STEH neue Mieter gefunden werden.                    
Die entsprechenden Umbauarbeiten inklusive Tiefgarage, Parkplätzen und der Verlegung der Straße wurden fristgerecht und                    
innerhalb des straffen Kostenbudgets im Jahr 2003 durchgeführt.                     
Trotz aller Unkenrufe waren diese Maßnahmen eine Bereicherung für den Reuttener Untermarkt.                    
                    
Aus verschiedenen Gründen wurde die LMS (d.h. die oberen Etagen)  an die Marktgemeinde übergeben. Im Gegenzug                    
erhielten die EWR das Gebäude Tauscherhaus inkl. Stöcklgebäude im Untermarkt 24.                    
Das Gebäude wurde in der Folge unter strengen Auflagen des Denkmalschutzes renoviert und das angrenzende Stöckl-                    
Gebäude als Probelokal der Bürgermusikkapelle Reutte ausgebaut. Diese Bautätigkeiten erfolgten in den Jahren 2004/05.                    
                    
                    
                    
Zur selben Zeit war die österreichische Post AG im Rahmen ihrer Umstrukturierung auf der Suche nach einem geeigneten                    
Standort für ein neues zentral gelegenes Post - Umschlag - Zentrum.                    
Nach intensiven Verhandlungen wurde vereinbart, dass die EWR als Bauherr im Areal RTW-Gründe, Anton Maria-Schyrle-Str.,                    
das Gebäude errichten und an die Post AG vermieten. Dies erfolgte im Jahr 2004.                    
Mit dieser "win-win"-Lösung wurden Arbeitsplätze in Reutte erhalten.                    
                    
In den ersten Jahren des neues Jahrhunderts (Jahrtausends) konnten die EWR einige Grundstücke erwerben und sie einer                    
sinnvollen Verwertung zuführen.                    
So wurden ca. 11.000 m² aus dem sogenannten "Fritz-Areal" gekauft und im Jahr 2010 an die Entsorgungsfirma RAGG/Hall                    
verpachtet, die dort einen modernen Entsorgungsbetrieb inkl. Bahnanschluss errichtet haben. Ein Meilenstein in der regionalen                    
Entsorgungslogistik.                    
                    
Im Zentrum von Reutte erwarben wir im Jahr 2004 das Sax-Areal und errichteten einen großen Parkplatz, der die Park-                    
platz - Misere im Bezirkshauptort wesentlich entschärft hat.                    
Dieses Areal bietet künftig hervorragende Möglichkeiten einer optimalen Zentrumsgestaltung (Wohnungen, Büros, Geschäfte).                    
Diese Diskussion ist derzeit im Gange.                    
                    
Dasselbe gilt auch für das Tiroler-Hof-Areal in der Bahnhohstraße, welches wir im Jahr 2005 erworben haben.                    
                    
Im Jahr 2013 wurde das Lagerhaus-Areal in der Mühlerstraße erworben (ca.3.500 m²)..                    
                    
Seit dem Jahr 2016 sind die EWR auch im Besitz der sogenannten "Startwohnungen" im Reuttener Obermarkt.                    
Auch hier wird an Zukunftskonzepten gearbeitet.                    
                    
Das derzeit größte Bauvorhaben findet in unserem bayerischen Versorgungsgebiet statt.                    
Im Jahr 2014 wurde beschlossen unser "ehrwürdiges" Frmengebäude in der Lechhalde bzw. Spitalgasse in Füssen, wo sich                    
unser deutscher Firmensitz befindet, einer gründlichen Renovierung zu unterziehen. Unter Berücksichtigung der Auflagen des                    
Ensembleschutzes, etc. wurden alle notwendigen Genehmigungen erteilt und so konnte im Januar 2016 mit den Bauarbeiten                    
begonnen werden. Geplant ist die Errichtung von Wohnungen, die, angesiedelt zwischen Altstadt und Lech, für optimalen                    
Wohnkomfort sorgen.                    
                    
Zu erwähnen ist, dass diese Projekte weitgehend von unserer Abteilung Bau- und Infrastruktur abgewickelt wurden und                     
werden, die neben der Projektumsetzung in der Folge auch für die Verwertung der Objekte verantwortlich zeichnet.                    
                    

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