Vogelschutz an Mittelspannungsfreileitungen

Um der Gefährdung von Vögeln durch Stromschlag an Mittelspannungsfreileitungen (1.000 - 52.000 Volt) entgegenzuwirken, sind Netzbetreiber in Deutschland verpflichtet, die VDE-Anwendungsregel zum Vogelschutz an Mittelspannungsfreileitungen umzusetzen (VDE-AR-N 4210-11). Die Regelung verlangt, Querträger, Isolatorstützen und sonstige Bauteile dieser Starkstrom-Freileitungen so auszubilden, dass den Vögeln keine Sitzgelegenheit in Gefahr bringender Nähe der unter Spannung stehenden Leiter gegeben wird. Gefährdet sind an Mittelspannungsfreileitungen in unserer Region wegen ihrer Größe vor allem Störche, Greifvögel und Eulen. Bei Anlagen > 52.000 V sind die Abstände unter den Bauteilen bereits so groß, dass hier keine Gefährdung auftritt.

2004. 2012. 2016.

Der Landesbund für Vogelschutz in Bayern LBV erarbeitete bis 2004 Prioritätenkarten zum Vorkommen gefährdeter Vogelarten wie Uhu, Wanderfalke, Weißstorch, Schwarzstorch und Rotmilan. Diese priorisierten Bereiche bedecken ein knappes Drittel Bayerns, die Sicherung gefährlicher Masten musste hier bis 2012 abgeschlossen sein. Für die Elektrizitätswerke Reutte endet die Nachrüstpflicht aber erst zum 31.12.2016.

Umrüstung der Trafostationen und Maste

Das Versorgungsgebiet der Elektrizitätswerke Reutte GmbH & Co. KG in Bayern umfasst eine Fläche von 285 km² mit insgesamt 346 Trafostationen und 967 Masten zum Übertragen von Mittelspannung. Davon müssen 68 Trafostationen und 83 Masten entsprechend der Vogelschutzrichtlinie umgerüstet werden. Alle betroffenen Leitungen werden bis Ende 2016 mit Isolatoren ausgerüstet, die einem größeren Abstand zum Masten bzw. zur Trafostation aufweisen. Zudem werden blank liegende Drähte isoliert oder mit Aufschiebehauben versehen. Die Kosten für die Umrüstung liegen bei ca. 150.000 €.

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